WT02: Unterengadin und Nationalpark

 Auf einer felsigen Anhöhe, hoch über dem Talgrund und eingebettet in grosse Wälder steht eine der am schönsten gelegenen Burgen der Schweiz: Schloss Tarasp. Mit der Kulisse des wundervollen Unterengadiner Bergpanoramas im Hintergrund bildet der Sitz der einst mächtigen Herren von Tarasp ein sehr bekannter Anblick, der in der Realität noch schöner aussieht, als die unzähligen Kalenderbilder, in welchen dieses Motiv landesweit bekannt geworden ist.

Das Unterengadin bietet jedoch noch viel mehr an Sehenswürdigkeiten: die malerischen und sehr schön erhaltenen Dörfer mit den behäbigen, im typischen Stil gebauten Unterengadiner Bauernhäuser, die meist mit Wandmalereien verziert sind. Oder die wundervollen Blumenwiesen mit ihrer Vielfalt an verschiedenen Blüten im Frühsommer. Und selbstverständlich nicht zuletzt die herrliche Bergwelt, welche dieses Tal einrahmt.

Die ersten zwei Nächte verbringen Sie in Scuol mit seinem Thermalbad, das Wanderer zur Entspannung und Erholung einlädt und den idealen Abschluss eines erlebnisreichen Wandertages erlaubt. Die Tour kombiniert das Unterengadin mit dem Schweizerischen Nationalpark, der 1914 als erster Nationalpark in Mitteleuropa gegründet worden war. Der Park umfasst eine Fläche von rund 170km2 und schützt eine Gebirgslandschaft von ursprünglicher, ungebändigter Schönheit. Um diesen Schutz für die Tiere und Pflanzen zu gewährleisten, sind die Besucherinnen und Besucher des Parks angehalten, sich ausschliesslich auf den Wanderwegen aufzuhalten. Dafür gehören Tierbeobachtungen fast sicher zum Besuch des Parks: Steinböcke, Gämsen, Hirsche, Murmeltiere oder gar der vor einigen Jahren wieder eingeführte Bartgeier sind nur einige Vertreter einer vielfältigen Fauna, die aufmerksame Wanderer hier sehen und erleben können. Die Wanderwoche führt Sie schliesslich ins Münstertal, das seinen Namen vom Kloster Müstair erhalten hat. Die aus dem frühen Mittelalter stammende Anlage ist heute als UN Weltkulturerbe anerkannt und ein Besuch dieser Stätte bildet den letzten Höhepunkt dieser abwechslungsreichen Tour.

Infos

€ Preise sind als Information zu verstehen. Massgebend ist der aktuelle Wechselkurs bei Buchung.
 Scuol > Lavin > Zernez > Il Fuorn > Ofenpass (Süsom Givé) > Sta. Maria.
 Kategorie II: Wander-Touren.
 Täglich 07.07.2018 bis 16.09.2018.
 7 x Hotels.
 7 x Frühstück, 3 x Abendessen.
 Täglicher Gepäcktransport.
 CHF 1'040.00 (€ 900.00) pro Person bei 2 Personen, CHF 945.00 (€ 825.00) pro Person bei 4 Personen, ab Scuol/bis Sta. Maria.

Karte

Reiseprogramm

Tag 1: Scuol. Anreise nach Scuol. Verpassen Sie es nicht, dem schönen, gut erhaltenen Kern dieses Dorfes einen Besuch abzustatten und durch die malerischen Gassen zu spazieren. Selbstverständlich ist auch ein Bad in den warmen Wassern der Thermalquelle ein sehr angenehmer Auftakt zu dieser Wanderwoche.

Tag 2: Scuol. An diesem Tag haben Sie Gelegenheit für eine Tageswanderung in der Umgebung von Scuol. Sie erhalten zwei Wandervorschläge. Der eine davon entführt Sie mit der Gondelbahn hinauf nach Motta Naluns, von wo Sie über die Furcola Champatsch und anschliessend durch das romantische Val Laver nach Vna oder zum Kurhaus Val Sinestra wandern. Der andere Vorschlag beginnt im winzigen Dorf S-charl, wo früher Bleiminen betrieben worden waren. Ein interessantes Museum erzählt die Geschichte des Bergbaus in diesem Seitental. Durch das Val Minger, das bereits zum Nationalpark gehört und in dem oft Hirsche beobachtet werden können, wandern Sie über den Pass Sur il Foss und anschliessend durch das Val Plauna zurück nach Tarasp und Scuol.

Tag 3: Scuol – Lavin. Auf der Sonnenseite des Engadins wandern Sie heute von Scuol nach Lavin. Wundervolle Blumenwiesen und ein schöner Blick über die Berge mit dem Schloss Tarasp als Mittelpunkt des Panoramas begleiten Sie. Unterwegs wandern Sie durch die malerischen Dörfer Ardez und Guarda, die beide einen ausgiebigen Besuch Wert sind.

Tag 4: Lavin – Zernez. Der direkteste Weg von Lavin nach Zernez ist sehr kurz und führt dem Fluss Inn entlang – ein erholsamer und angenehmer Spaziergang, der Sie zeitig nach Zernez bringt. Dort haben Sie Zeit, sich zu erholen und das neu gebaute Nationalparkhaus mit seiner informativen Ausstellung über den Park zu besuchen. Wer’s gern etwas sportlicher hat, startet den Tag mit Vorteil sehr früh; der Aufstieg von Lavin zum Seenplateau von Macun ist lang. Diese grosse Gebirgsebene mit ihren zahlreichen kleinen Seen ist dafür ein spezieller Ort, dessen Magie für den langen Aufstieg mehr als entschädigt. Allerdings sollte man hier oben noch etwas Energie übrig haben, denn noch ist der höchste Punkt noch nicht erreicht. Erst auf dem Munt Baselgia (2682m) ist dies der Fall, von dem ein langer Abstieg nach Zernez hinab führt.

Tag 5: Zernez – Il Fuorn. Eine kurze Wanderung von etwa drei Stunden Dauer führt Sie ins abgelegene Val Cluozza und zum gleichnamigen Gasthaus, das zu einer Pause einlädt. Dann beginnt der steile  Aufstieg zum breiten Sattel von Murter, von dessen Rücken Sie weite Teiles des Nationalparks überblicken können. Auf steilem, aber gutem Weg wandern Sie hinab zum Spöl, den Sie an einer engen, spektakulären Stelle über eine hohe Brücke queren. Ein kurzer Anstieg und Sie stehen an der Strasse; wer mag, geht auch das letzte Stück noch zu Fuss und wandert durch unberührten Wälder zum einsam gelegenen Hotel Parc Naziunal in Il Fuorn. Ansonsten sind es nur wenige Minuten mit dem Bus bis hierher. Diese Tagesetappe ist äusserst lohnend, jedoch recht streng. Da ist es gut zu wissen, dass es auch eine direkte Variante gibt, um auf Schusters Rappen von Zernez nach Il Fuorn zu wandern, wodurch diese Etappe deutlich kürzer und einfacher wird.

Tag 6: Il Fuorn – Susom Givé. Von Il Fuorn wandern Sie durch lichte Lärchenwälder und über eine ehemalige Alpweide zum flachen Gipfel des Munt La Schera. Hier geniessen Sie eine prächtige Aussicht über den Park, hinüber zu den majestätischen Gipfeln des Unterengadins und weit hinein nach Italien. Auf einen schönen Höhenweg verlassen Sie den Nationalpark und wandern zur weiten Ebene bei Buffalora, von wo ein letzter, aber kurzer Anstieg zum Scheitel des Ofenpasses hinauf führt.

Tag 7: Susom Givé – Sta. Maria. Es gibt zwei Möglichkeiten, um von Süsom Givé nach Santa Maria zu gelangen: entweder wandern Sie auf der Senda Val Müstair, dem Münstertaler Höhenweg, zum hüschen, winzigen Dörfchen Lü und weiter über üppige Blumenwiesen und schöne Wälder nach Müstair oder nach Santa Maria – eine aussichtsreiche und recht gemütliche Tour. Oder Sie wandern über die weite Ebene von Juf Plaun ins wild-romantische Val Mora, um auf diesem etwas längeren, aber landschaftlich sehr reizvollen Weg nach Santa Maria zu gelangen.

Tag 8: Rückreise.

Prächtige Farben lassen sich im Nationalpark vor allem im Herbst geniessen.